Geistliche Vorträge und Exerzitien
in der Bildungsstätte „Haus Marienthal“ 2010
von und mit Pfarrer Frank Aumüller



Vortrag: "Die Heiligen der Kirche"
Relikte einer längst vergangenen Welt oder doch unverzichtbarer Halt für unsere haltlose Zeit?

Die Heiligenverehrung innerhalb der katholischen Kirche steht heute mehr denn je auf dem Prüfstand. Allzu weltentrückt und süßlich kommen so manche Heiligenlegenden daher, als das der aufgeklärte Christ von heute noch einen Zugang zu ihnen finden könnte.
Anhand ausgewählter Lebensbeispiele soll an diesem Abend der Gegenbeweis geliefert werden: Die Heiligen sind wieder im Kommen und aktueller denn je!
In all ihrer Unterschiedlichkeit bezeugen Sie doch durch ihr Leben eines: Ein gelingendes, gelungenes und damit erfülltes Leben ist möglich, wenn man sich in aller Schwachheit und Durchschnittlichkeit vorbehaltlos der Vorsehung Gottes anvertraut. Diesen abenteuerlichen „Sprung in den Glauben“ (Sören Kierkegaard) haben die Heiligen uns vorgemacht und damit bezeugt, dass „Heiligkeit“ kein Privileg der Heiligen ist, sondern ausnahmslos jedem Christen möglich und zugesprochen ist.

Dienstag, 26.1.2010, 20.00-21.30 Uhr

Haus Marienthal
Hauskapelle
Am Kloster 15
57577 Marienthal



Exerzitien im Alltag
im Geist der heiligen Theresa von Avila

Theresa, 1515 in Avila geboren, gilt heute als eine der einflussreichsten Mystikerinnen der katholischen Kirche. Ihr bewegtes Leben, ihre tiefe Sehnsucht nach Gott, ihr Humor sowie ihre tiefen mystischen Erfahrungen brachten so große geistliche Schriften wie „ Der Weg zur Vollkommenheit“ und „die innere Burg“ hervor. Mit Unterstützung des hl. Johannes vom Kreuz rief sie 1562 den reformierten Zweig des Karmeliterordens, die „unbeschuhten Karmeliten“ ins Leben. Papst Paul VI. nannte Teresa von Avila "eine große, eine einmalige und doch so menschliche und anziehende Persönlichkeit", als er ihr im Jahr 1970 als der ersten Frau den Titel eines "Kirchenlehrers" zuerkannte. Anhand ihrer geistlichen Schriften wollen wir uns in der Fastenzeit 2010 im Rahmen der Exerzitien im Alltag erneut auf den Weg zu Gott machen und seine Spuren in unserem Leben entdecken.

2.3., 9.3., 16.3.,30.3., 19.00-20.00 Uhr

Haus Marienthal
Hauskapelle
Am Kloster 15
57577 Marienthal



Vortrag: „Zerbrochene Herzen heilen“
Warum der christliche Mensch ohne Umkehr, Reue und göttliche Vergebung ins Leere läuft.
Ein Plädoyer für die Notwendigkeit der Beichtpraxis in der katholischen Kirche.

Die Beichte wird heute auch als das „verlorene“ bzw. „vergessene Sakrament“ bezeichnet. Sie ist der Kirche scheinbar den Händen entglitten und fristet im Bewusstsein vieler Gläubiger (und nicht weniger Priester) bestenfalls noch ein Schattendasein. Anhand einer Zeitdiagnose wollen wir der Frage nachgehen, wie es in der nachkonziliaren Zeit zu diesem Dammbruch kommen konnte, warum sich der heutige, autonom sich definierende Mensch so schwer damit tut, in der Form der kirchlichen Beichte ernsthaft (zu Gott) umzukehren, währenddessen gleichzeitig die Praxen der Psychotherapeuten und Psychiater überlaufen sind.
Ist das Sakrament der Beichte im Zeitalter des Relativismus dem heutigen Menschen noch zu vermitteln bzw. zuzumuten? Warum brauchen wir die Beichte, die Kirche und den Priester als „Zwischeninstanz“ und „Vermittler“ zu Gott?
Dieser Abend soll Antworthilfen bieten, um den verborgenen Schatz der Beichte wieder zu entdecken.

Dienstag, 23.3., 19.30- 21.00 Uhr

Haus Marienthal
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Am Kloster 15
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Vortrag: „Katholisch-evangelisch, ökumenisch?
Was uns eint, was uns trennt. -
Perspektiven, Möglichkeiten und Grenzen im ökumenischen Gespräch.

„Ut unum sint“ (Damit sie alle eins seien) ist nicht nur der Name der viel beachteten Enzyklika von Papst Johannes Paul II. zur Ökumene aus dem Jahr 1995, sondern nicht zuletzt der bleibende Auftrag Jesu Christi im Johannesevangelium (17,11) an seine Jünger und seine Kirche.
Wo steht die Ökumene heute? Warum ist der ökumenische Dialog mit den orthodoxen Kirchen bisweilen leichter als mit den Kirchen der Reformation? Was ist bisher erreicht worden, wo stößt die Ökumene an ihre Grenzen? Welche Glaubensauffassungen und Überzeugungen sind verhandelbar, welche unaufgebbar? Eine sachliche und unpolemische Analyse der aktuellen Situation möchte Hilfestellungen und Klärungen bieten, auf das einmal „alle [Kirchen] eins seien“ in Christus.

Dienstag, 1.6., 19.30-21.00 Uhr

Haus Marienthal
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Am Kloster 15
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Vortrag: „Die Liturgie der Kirche“

Für manch einen Gottesdienstbesucher ist die Liturgie der Kirche ein Buch mit sieben Siegeln, auch wenn man sie Sonntag für Sonntag mitfeiert. Die Bandbreite von Krabbelgottesdiensten bis zu einem Lateinischen Hochamt ist beträchtlich und bisweilen verwirrend. Was bedeuten die einzelnen Elemente, Zeichen und Symbole innerhalb der Liturgie? Welchen theologischen Sinn haben die verschiedenen Teile der Messfeier? Was ich nicht verstehe und durchschaue, kann ich auch nur mühsam mitfeiern und innerlich nachvollziehen
An diesem Abend sollen die wesentlichen Aspekte der katholischen Liturgie vorgestellt und beleuchtet werden, um so den „Geist der Liturgie“ (Joseph Ratzinger) auf neue Weise erfahrbar zu machen.

Dienstag 17.8., 19.30-21.00 Uhr

Haus Marienthal
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Einführungskurs in das „Ruhegebet“
nach Johannes Cassian.

Drei Abende, an denen das „Ruhegebet“, seine Herkunft, Struktur und Wirkungsweise vorgestellt werden soll. Es ist dem geistlichen Autor Pfr. Dr. Peter Dyckhoff zu verdanken, dass das altehrwürdige „Ruhegebet“ aus dem 5.Jahrhundert in den letzten Jahren im deutschen Sprachraum eine nie für möglich gehaltene Renaissance erlebt hat.
In einer Zeit, die ganz in Machbarkeit, Leistung und Produktion fixiert und verstrickt ist, zeigt uns das Ruhegebet den vermeintlich anachronistischen Weg der Passivität, des Loslassens und Empfangens auf. Dieses urchristliche Gebet zeichnet sich dadurch aus, dass es uneingeschränkt für jede und jeden umsetzbar ist. Die Wirkungen des Ruhegebetes sind erstaunlich! Mit ein wenig Übung und Durchhaltevermögen kann dieses Gebet zu einem vertieften. verwurzelten und tragfähigen Gebets- und Glaubensleben verhelfen.
Als Frucht einer jahrzehntelangen persönlichen Erforschung und Einübung ins Ruhegebet hat uns der hl. Johannes Cassian diesen Gebetsschatz hinterlassen, den es heute mehr denn je zu bergen gilt.
Vorträge mit praktischen Anleitungen zum Erlernen des Ruhegebetes.

Dienstags, 30.11., 7.12., 14.12, 19-20 Uhr

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