"Zur Schmerzhaften Mutter" - Marienthal - Westerwald
Das Gnadenbild

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Zur Gnadenstätte Marienthals berichtet die Geschichte, dass etwa um das Jahr 1423 ein Hirte aus dem benachbarten Hamm-Sieg , seine Herde mit Vorliebe in das anmutige, quellenreiche Wiesenthal, des Marienthal führte. Dort soll er das Bild der schmerzhaften Mutter geschnitzt und unter dem Laubdach einer Eiche aufgestellt haben. Nach Möglichkeit richtete er es so ein, dass sein Weg ihn täglich an dem Marienbilde vorbeiführte, wo er sich dann voll Vertrauen der Obhut der Gottesmutter anempfahl. Sein frommer Sinn, so wird weiter berichtet, wurde durch mannigfache Gnadenerweise des Himmels belohnt. So kam es, dass bald viele Hilfesuchende zum Bild an der Eiche kamen und vor ihm ihre Andacht verrichteten. “Niemand schied ungetröstet von dannen, und gar oft erfolgten wundersame Gebetserhörungen“.

Das ursprüngliche Marienbild des Hirten ist leider nicht erhalten geblieben. Witterungsbedingte Einflüsse haben es im Laufe der Jahre beschädigt, weil es in freier Natur an einer Eiche aufgehängt war.

Erst im Jahre 1460 erhielt die Stätte des Gebetes eine Kapelle. Somit fand das Gnadenbild jetzt geschützt vor Regen und Wind einen besseren Platz. Aus dieser Zeit stammt das bis heute verehrte 105 cm große Gnadenbild der schmerzhaften Mutter. Die Herkunft dieses Bildes wird der geübten Hand eines Künstlers zugerechnet, welcher der “Kölner Schule“ - etwa nach 1460 - nahe stand.

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Die Statue des Gnadenbildes, zeigt den Heiland in sitzender Lage, quer auf den Schoß Mariens gelegt.

Maria als Mutter des Erlösers ist dargestellt in aufrechter, würdiger Haltung. Das Haupt, leicht geneigt und nach der rechten Seite gewendet, schaut auf den Heiland. Das Erschlafftsein des entseelten Christuskörpers kommt ergreifend zum Ausdruck in den starr herabhängenden Gliedmaßen. Entsprechend fällt auch das Haupt des Herrn nach rückwärts, bleibt aber dem Beschauer zugewandt. Maria hält mit der rechten Hand den Oberkörper Christi, während sie mit der anderen Hand den linken Arm desselben hebt. Diese Handlung Mariens weist einerseits hin auf das innige Verhältnis von Mutter und Sohn und lässt andererseits ahnen, wie überwältigend schwer der Augenblick für Maria war, als der entstellte Leichnam auf ihrem Schoß lag. Dieser Moment ist auch in ihrem Antlitz treffend zum Ausdruck gebracht. Gleichzeitig liegt in der ganzen Haltung Mariens das Gepräge von Würde und Ergebenheit, mit der sie das die Tiefen ihrer Seele bewegende Schicksal hinnimmt. Das Liebevolle und das Schmerzliche kommt in ihrem Blicke in fein empfundener Weise zur Geltung.

Wer heute das Gnadenbild sucht, der findet es in einer schlicht aber schön hergerichteten Nebenkapelle auf der rechten Seite der Wallfahrtskirche.